Shit. Immer noch 2020.

Hallo Leute, das Jahr mag nicht so recht vorbei gehen.

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Den Morgen des heutigen 1. Advent verbringe ich aufgrund von Wechselmodell und Corona alleine, und irgendwie verspüre ich das Bedürfnis, auch mal wieder eine Bestandsaufnahme als Diabetiker festzuhalten.

Der letzte Eintrag hier war im März – seitdem ist aber eigentlich auch nicht viel passiert. Ich freue mich, wenn ihr mir auf Instagram folgt, da poste ich öfter mal Erfolgsmeldungen vom Laufen und sowas. Was mich dann auch schon zum ersten Thema bringt:

Das Laufen

Mein Jahr 2019 war stark geprägt von der Motivation zu laufen. Auf diesem Blog habe ich das gar nicht thematisiert, aber speziell meine privaten Facebook Freunde hatten wohl unter den regelmäßig geposteten Lauf-Fotos mit Trainingsumfang zu leiden. Tatsächlich war ich fast jeden zweiten Tag laufen, habe im April den Halbmarathon bestritten und dann Ende September auch den Berlin Marathon im strömenden Regen erfolgreich absolviert. Das war super geil!

Aber danach bin ich motivationsmäßig in ein ziemliches Loch gefallen. Im Nachhinein scheine ich mich wohl zu sehr verausgabt zu haben. Es fühlte sich auch so an, als würde es sich nicht mehr lohnen normale 10 km zu laufen – ohne Trainingsplan. Wo man doch in der Marathon Vorbereitung das Laufpensum bis auf 30 km hoch getrieben hat.

Der 2020er Halbmarathon schien überhaupt keine Herausforderung und so habe ich erst relativ spät wieder versucht das Lauftraining ernst zu nehmen. Was mir nicht wirklich gelungen ist. Das hing natürlich auch noch mit dem Karrierestart von Covid 19 und dem vermutlichen Entfall der Veranstaltung zusammen.

Trotzdem habe ich mich sporadisch durch den Trainingsplan gequält, aber hin und wieder hat mich mein rechtes Knie erschreckt: Ich konnte nach manchen Trainings auf einmal nicht mehr mit gestrecktem Bein auf der Treppe nach unten gehen. Autsch. Deshalb habe ich dann immer wieder Trainingspausen gemacht, um das nicht weiter herauszufordern. An dem Tag, an dem der Halbmarathon stattfinden sollte, wollte ich dann trotzdem für mich selbst die 21,1 km laufen, was ich aber nach ca. 13 km aufgrund genau der Knieproblematik abbrechen musste. Vollkommen deprimiert bin ich dann mit Tram und S-Bahn zurück nach hause.

Erst jetzt, viele Monate später, kann ich tatsächlich wieder angstfrei meine 10 km abspulen. Das macht mich sehr glücklich, denn auch das Nicht-Mehr-Laufen-Können hat mir in der dunklen Phase des ersten Lockdowns und danach zusätzlich zugesetzt. Was mich zum zweiten Thema bringt:

Das Gewicht

Mein Gott bin ich fett geworden. 😀 Zugegeben, sich dick fühlen ist natürlich vollkommen subjektiv. Meine Waage hat mir neulich mal genau 84,3 kg angezeigt und das ist bei 177 cm Größe nicht wirklich fett, aber eindeutig zu viel. In meiner Küche am Kühlschrank hängt ein Zettel auf dem steht 73 als Ziel, aber den ignoriere ich zuverlässig. Als ich den Marathon beendet hatte wog ich 78 kg, auch da fühlte ich mich dick. Und in der Küche hängt ein Bild von mir am Strand vor 19 Jahren, wo ich wohl so 74 kg wog, auch da weiß ich noch genau, dass ich mich dick fühlte.

Dieses Gefühl führe ich tatsächlich auf meine Kindheit zurück, denn im Alter von 10-11 Jahren war ich tatsächlich ziemlich speckig und habe mich unglaublich geschämt dafür. Zuhause war alles kacke und ich habe die ganze Zeit ferngesehen und Spezi getrunken. Ganz schlecht. Dann wuchs ich aber, und das Verhältnis von Bauchumfang zu Höhe hat sich ins Normale verschoben. Das Gefühl dick zu sein ging aber nie weg. Nur mittlerweile weiß ich darüber bescheid und schüttle über mich selbst den Kopf wenn ich mich ansehe und denke WTF? – was ist passiert – und lache eher darüber.

Natürlich möchte ich gerne schlank und attraktiver sein, aber das ist ein mühsamer Prozess. Dass ich jetzt wieder laufen kann wird mir dabei helfen. Auf Diät hatte ich bisher keinen Bock, ich hab‘ ein zwei Ernährungs-Apps ausprobiert, aber auch die schnell wieder verworfen. Jetzt habe ich mir das Buch „Endlich Wunschgewicht“ von Allen Carr besorgt. Seine Methode hat mir vor 17 Jahren dabei geholfen mit dem Rauchen aufzuhören – vielleicht verändert sich dadurch auch meine Einstellung zum Essen und Trinken, denn da habe viele schlechte Angewohnheiten.

Die Gesundheit

Arztbesuche sind ja nicht so mein Ding, was natürlich blöd ist als Diabetiker, aber neulich war ich mal wieder zur großen Durchsicht. Und obwohl meine mySugr-App mir einen HbA1c von 8,4 prophezeit hat (ich trag‘ nicht immer alles ein), lag ich dann doch bei 6,9. Ganz ok. Mir wurden auch die ersten Impfungen seit ca. 25 Jahren verabreicht und ich war überhaupt das erste mal als Diabetiker beim Augenarzt. Alles ist fein – aber vielleicht ist in den nächsten Jahren eine leichte Lesebrille fällig. Geht noch.

Ich freue mich darauf diesen Text in ein paar Monaten zu lesen und bin sehr gespannt wo ich dann stehe. Aber wo steht ihr denn jetzt so?

Corona Status – 2020.03.25

Wow.

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Wow. Eigentlich habe ich mich immer für einen Einzelgänger gehalten, vermutlich weil mir Menschen manchmal auf die Nerven gehen. Aber wenn dann gar keiner da ist, dann ist es auch doof. Aber was mich aktuell vor allem persönlich belastet, ist die Unausgewogenheit von Empathie, Augenmaß, Furcht und Prioritäten bezüglich der körperlichen und geistigen Gesundheit innerhalb der Angehörigen. Die Covid-19 Pandemie wird vermutlich so einige Freundschaften und Familien auf dem Gewissen haben. We’ll see.

Seit Freitag sind meine Kinder bei ihren jeweiligen Müttern und ich nur noch online. Da es aktuell relativ sinnlos ist ins Büro zu gehen (alle anderen sind auch zuhause), habe ich mir ein gemütliches Homeoffice eingerichtet, aber überhaupt keine Motivation produktiv zu werden.

Die Abende verbringe ich in Videochats mit Freunden und Bekannten und irgendwie haben einige von uns es sogar geschafft, deshalb den Samstag verkatert zu verbringen. Der Abend / Chat war sehr lustig! Glaub‘ ich.

Naja, jetzt gehe ich mal in die Küche und staube den Wok ab, denn heute habe ich mir ein paar Wok-Videos auf YouTube angesehen und vorhin entsprechend eingekauft. Oh man, sind solche Beiträge für euch nicht furchtbar langweilig? Beim nächsten Mal schreibe ich über meinen schlechten HbA1c und die Standpauke meiner Diabetologin, versprochen!

Geht’s gut? Liest das jemand?

Corona Status – 2020.03.18

Erst der zweite Tag, an dem die Schulen geschlossen sind und schon bin ich genervt. Wie soll das erst die nächsten 5 Wochen werden? 🙂

Die Fallzahlen vom Robert-Koch-Institut sind etwas geringer als die der Berliner Morgenpost gemeldeten, aber wir rennen Richtung 10.000 Infizierte in Deutschland. Tendenz steigend.

Stand heute 13 Uhr gibt es in Berlin noch keine Ausgangssperre. Aber da hier viele nur halbherzig die Spielplatz-Schließungen beachten, oft dichtgedrängt in sonnigen Cafés sitzen und auch sonst die Stimmung auf der Straße nur durch vereinzelte Maskenträger getrübt wird, kann man davon ausgehen, dass bald eine Anordnung kommen wird.

Das scheint auch eine gute Sache, denn so muss man als Elternteil den Kindern nicht selbst verbieten ihre Schulkameraden zu treffen. Heute Abend ist eine weitere Rede der Kanzlerin angekündigt – dann könnte es soweit sein mit unserem „Lockdown“. Wir machen nachher nochmal eine Radtour mit Sicherheitsabstand.

Die konkreteren Fälle kommen auch langsam näher. Mittlerweile kennt man schon Leute, deren Mitbewohner positiv getestete Arbeitskollegen haben. Oder Familienmitglieder liegen mit Erkältung im Bett, zwar ohne Corona-Indizien oder Ansteckungsketten aber man erschrickt sich doch bei jedem Niesen kurz. Ruhe bewahren.

Die Oma kommt nun nicht nach Berlin, denn die haben an der Ostsee bereits ihre eigenen Fälle und auch sonst müssen manche Anspannungen innerhalb der Patchworkfamilie beruhigt werden. Wir leben über 3 Wohnungen verteilt, werden das beim „Lockdown“ wohl auf zwei reduzieren und nicht alle sind d’accord damit, dass wir dann die Kinder wohnungsübergreifend zum Spielen organisieren.

Als Unternehmer hat mir ein Hauptkunde aus der Tourismusbranche bereits absoluten Produktionsstop verordnet und so werde ich erst noch sehen wie es geschäftlich Mittelfristig weiter geht. Ich glaube nicht daran, dass Ende April einfach der Alltag wieder einkehren wird.

Wie sieht es denn bei euch so aus?

Corona Status – 2020.03.14

Vermutlich ist es eine gute Idee meine aktuellen Gedanken und ein paar Fakten zur Corona-Pandemie festzuhalten, damit mein zukünftiges Ich sich darüber wundern kann:

Die aktuellsten Zahlen von heute Morgen 4 Uhr besagen, dass in Deutschland bei 3.675 Menschen eine Corona-Infektion bestätigt ist, 46 Infizierte bereits offiziell wieder gesund, aber auch 8 Todesfälle zu beklagen sind.
Quelle: Berliner Morgenpost | Coronavirus-Monitor

Die allgemeine Stimmung schwankt zwischen Panikkäufen und absoluter Ignoranz. Vermutlich liegt das auch an der unterschiedlichen Berichterstattung, die zum Teil sensationsgeil mit aggressiven Hiobsbotschaften um Aufmerksamkeit ringt, aber an anderer Stelle durch sachliche Interviews mit Wissenschaftlern Vernunft und Ruhe ausstrahlt.

Im einem Moment habe ich das Gefühl, dass ich diesen „Schnupfen“ jetzt lieber bald mal bekommen möchte, weil der Krankheitsverlauf vermutlich total mild ist und ich dann mit dem Thema durch wäre. Und im anderen Moment denke, ich die Oma sollte lieber nicht zu Besuch kommen, da es sonst dem Uropa das Leben kostet. Dann muss ich auch direkt husten und kriege schlecht Luft. Dann gehe ich wieder einkaufen als wäre nix. Ein Wirrwarr…

Dies ist das erste Wochenende ohne Clubbetrieb in den Läden, die ich gerne besuche, das Orchesterkonzert vom Großen ist abgesagt, die Schulen werden ab Dienstag geschlossen und über’s Wochenende müssen wir einen Betreuungsplan für die Kinder entwicklen. Bald werden auch noch alle Bars geschlossen und so langsam das soziale Leben in Berlin herunter gefahren. Das macht wohl Sinn! Aber natürlich ist am Montag noch ein Tag Schule, denn die ist erst ab Dienstag gefährlich. 😀

Den Entscheidern in Politik und Wirtschaft wünsche ich Besonnenheit und viel Rückgrat, denn egal was gemacht wird, die werden total unter Beschuss stehen.

Take it easy!

Photo by Giorgio Trovato on Unsplash

2020 – Kein Fortschritt?

Vor 5 1/2 Jahren habe ich ein Foto von meinem Equipment gepostet und heute konnte ich es fast genau so nachstellen:

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Eine Zeit lang habe ich mir das Freestyle Libre gegönnt, aber da meine private Krankenkasse dieses Hilfsmittel nicht bezahlt und meine Beiträge trotzdem steigen, nutze ich wieder die im Vergleich etwas teureren Accu-Check Mobile Testkassetten. Alleine darin sehe ich so viele mögliche Blog-Posts. Aber für’s erste:

Was nutzt ihr denn aktuell an High-Tech?

2020 – Hallo!

Hallo Welt! Heute ist der 6. März 2020 und ich bin noch immer Diabetiker. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen mein alter Ego „typ1typ“ wieder aufleben zu lassen und im ersten Schritt mal ein wenig Instagram zu füttern mit meinen Läuferbildchen. In 4 Wochen ist wieder Halbmarathon in Berlin und ich werde hoffentlich meine Zeit vom letzten Jahr unterbieten.

Ich freue mich, wenn ihr mir folgt auf https://www.instagram.com/typ1typ/.

Bundessozialgericht – CGM ist kein Hilfsmittel

Das Bundessozialgericht hat heute entschieden (B 3 KR 5/14 R, Urteil vom 08.07.2015), daß Systeme zur „kontinuierlichen Messung des Zuckergehalts im Unterhautfettgewebe“ (CGM) kein Hilfsmittel sind, sondern als sog. „Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode“ (NUB) anzusehen seien.

Mehr dazu auf Diabetes & Recht.

Ziemlich kacke.